Cyberpsychose

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Als Kybernetische Affektive Störung (oder Cybergenic Affective Disorder, CAD) bezeichnet man eine psychische Krankheit, die im Volksmund Cyberpsychose genannt wird. Diese Störung gehört zu den neurologisch (biologisch) bedingten Geisteskrankheiten und ist eine recht neue und durch exzessive Augmentierung getriggerte Krankheit, die erst in der Sechsten Welt auftauchte.[1]

Ursachen

Zu ihrer Ursache gibt es zwei verschiedene Lehrmeinungen: die medizinische Wissenschaft geht von einer unvorteilhafte Rückkopplung mit DNI-Interfaces aus; die Thaumaturgie hingegen von der Theorie des Essenzverlusts. Die Krankheit hat damit in jedem Fall organische, physiologische oder metaphysiologische Ursachen und ist von psychologisch bedingten Geistesstörungen wie Depression und PTSD klar zu unterscheiden.[1]

Neuro-organische Theorie

Zu einem gewissen Grad führen Implantate immer zu einem (meist vorübergehenden) Gefühl von Befremdung.[2] DNI ist für den metamenschlichen Körper ebenso Stress wie die Integration künstlicher Bioware-Organe. Das Gefühl der "Falschheit" entsteht aus dem Rest an Unschärfe und Ungenauigkeit, mit der die Konvertierung von digitalen und neuralen Daten einhergeht.[2][3] Auch wenn moderne DNI sehr gut sind, kann das Gehirn immer noch einen Unterschied in den gelieferten Informationen feststellen, was zu neurologischen Reaktionen führen kann.[4]

Diese Reaktionen können sich pychologisch oder neuropathologisch äußern. Hierbei ist nicht die Qualität des DNI entscheidend - moderne DNI können neurologische Impulse perfekt in digitale Daten übertragen - sondern die gelieferte Information der Implantate selbst. Stimuli, die anders sind, als es das Gehirn in der frühkindlichen Phase gelernt hat, werden vom metamenschlichen Gehirn als solche erkannt. Je fremdartiger diese Stimuli sind, desto stärker ist die Reaktion, und desto mehr Gewöhnung ist erforderlich - aber selbst moderne Cyberaugen ohne Sonderfunktionen sind eben funktional digitale Trideokameras - und die Farben, Kontraste, Auflösung, Aliasing und Tiefenschärfe sind oft leicht anders als bei organischen Augen. Meist sind sie qualitativ hochwertiger. Dennoch fühlen sie sich für den Träger oft subtil fremdartig an.[2]

Dasselbe Phänomen gibt es bei allen Arten von Cyberware, in unterschiedlichem Maße. Dies ist nicht beschränkt auf sensorische Augmentierungen - das Gehirn erkennt auch die künstlichen Fertigkeiten von Talentsofts und Talentleitungen als solche - das Gehirn erinnert sich durchaus daran, diese Fertigkeit eigentlich nicht zu besitzen, was ebenfalls Entfremdung verursacht.[2] Die Cyberwaretrigger, die heute Industriestandard sind, machen diese Erfahrungen an- und ausschaltbar, was dem Gehirn nur wenig Zeit gibt diese Inputs als natürlich anzunehmen, und den Effekt noch verstärkt.

Doch nur bei exzessiver Augmentierung sind medizinisch relevante Effekte zu erwarten.[5]

Die meisten dieser Effekte sind unterhalb der Schwelle, wo eine CAD diagnostiziert wird. Viele erleben diese Dissoziation inkremental, mit jedem Implantat etwas mehr. Eine gewisse Taubheit der Realität gegenüber setzt ein, etwas, was als "Pufferzustand" bezeichnet wird - der eigene Körper und die Umwelt werden mit mehr und mehr Distanz betrachtet.[2]

Psychologische Resilienz ist ein entscheidender Faktor, ob dieser Zustand sich zu einer vollen CAD auswächst.[2] Die meisten Metamenschen empfinden ihn eher als kleinere Unannehmlichkeit und können ihn einfach ignorieren oder Wege finden, dass er ihren Alltag nicht nennenswert beeinträchtigt.[6]

Aber in einigen, recht seltenen, Personen, vor allem exzessiv vercyberten Augmentierten, kann dieser Pufferzustand zu einer generellen, starken Entfremdung auswachsen, die ihre Persönlichkeit, ihr Verhalten und ihre Lebenseinstellung stark beeinflussen. Sie werden kühl, abweisend und "unmenschlich".[5] Zerbrechliche Psychen können Depressionen, Neurosen, oder in extremen Fällen Wahnvorstellungen, Fuguen und psychotische Zusammenbrüche erleiden, die manchmal mit Gewaltexzessen einhergehen. Ein prominenter (und typischer) Fall war der "Century Stalker", der 2070 Hong Kong in Angst und Schrecken versetze, bevor die Technomancermanie ihn aus den Nachrichten verdrängte. Der Killer war ein Schattenveteran namens Li Xiao, der nach einem Upgrade seiner Cyberohren einem schweren CAD-Schub verfiel. Er wendete grausame Folter an seinen Opfern an, weil er meinte, ihren Schreien zu spüren, dass er noch lebt und etwas empfindet.[7]

Hier spricht man dann von Cyberpsychose.[5]

Essenzkorrosionstheorie

Die neuro-organische Theorie ist die gegenwärtige Lehrmeinung zu CAD. Aber es gibt eine konkurrierende Theorie, die vor allem von Thaumaturgie, aber auch Naturmagie vertreten wird. Diese geht davon aus, dass der Essenzverlust durch Augmentierungen und damit einhergehende Schäden an Aura und Seele - die holistische Einheit von Körper und Seele - Ursache der Krankheit sind, und nicht unvorteilhafte Wechselwirkungen zwischen DNI und Nervensystem.[8][3]

Viele erwachte Spezialisten glauben, dass die Korrosion der Verbindung zwischen Körper und Geist - der Essenz - der Schlüssel zur Entstehung von CAD ist.[8] Essenzkorrosion verursacht durch die Schwächung dieser Verbindung den oft beschriebenen Entfremdungseffekt und verringert die natürliche Empathie und Gefühlswahrnehmung im selben Maße, wie die Aura des Cyberware-oder Bioware-Trägers Störungen zeigt. Neue Forschungen legen sogar eine Verwandschaft die Störungen, die Augmentierungen in der Aura verursachen, mit den astralen Hohlräumen, die als Foveae bezeichnet werden, nahe.[4]

Dem gegenüber stehen Erkenntnisse, die zeigen, dass vercyberte Magier ihre Cyberware klar in ihrer Aura präsent haben - als integraler, wenn auch verdunkelnder, Bestandteil der Aura. Die Forschung hier steht noch am Anfang und die Ergebnisse sind wiedersprüchlich.[4] An der Ablehnung vieler Magier gegenüber jeder Form der Augmentierung ändert das wenig.

Diagnose

Eine CAD bedingt, dass Affekt (wie stark sie Emotionen spüren) und Empathie (wie gut sie sich in die Gefühle anderer hineinversetzen können) mit zunehmender Augmentierung abnimmt. Exzessive Augmentierungen zerstören dann letztendlich jede Fähigkeit des Betroffenen, sich anderen Metamenschen verbunden zu fühlen, und können auch zur Entwicklung anderer antisozialer Persönlichkeitsmerkmale führen. In Extremfällen kann der Nervenstress eines CAD-Erkrankten durch seine Implantate ausreichend hoch sein, um eine psychotische Episode auszulösen, wenn die Person unter Druck ist.[5]

Doch CAD ist nicht gleich CAD. Kybernetische Affektive Störung ist tatsächlich ein genereller Begriff, der mehrere verwandte Formen von Geistesstörungen abdeckt, deren Gemeinsamkeit ist, dass sie von Augmentierungen ausgelöst werden. Diese Störungen waren vor dem Aufkommen von Cyberware unbekannt. Solche Störungen sind dadurch charakterisiert, dass sie vor der Implantations-Operation nicht oder nur sehr vermindert, nach der Operation aber stark und fortdauernd auftreten.[4]

Allen, die an dieser Gruppe von Störungen leiden, ist gemein, dass sie von ihrem Umfeld dissoziiert und entfremdet sind. Sie scheinen soziale Interaktionen und starke Gefühle aus der Entfernung zu betrachten, als gehörten diese nicht zu ihnen, und neigen oft zu soziopathischem, antisozialen oder psychotischem Verhalten.[4]

Dissoziative Kybernetische Affektive Störung

Dissoziative CAD ist die klassische "Cyberpsychose".[4][5]

Im Volksmund heißt es, je mehr der metamenschliche Körper durch Cyberware ersetzt wird, desto mehr geht die Seele verloren. Ob das jetzt nun stimmt oder nicht, es ist tatsächlich so dass schwer augmentierte Personen Probleme damit haben, sich in andere Metamenschen hineinzuversetzen.[5]

Der Lehrmeinung nach ist der Kern der Diagnose einer dissoziativen CAD ein Gefühl des Andersseins, entweder verbunden mit einem cybernetischen Implantat, oder dass der Patient selbst sich als anders, als mehr Augmentierungen denn Metamensch empfindet.[4]

Schwer augmentierte Personen bilden oft einen persönlichen ethisch-sozialen Verhaltenscodex aus, da sie konventionelle moralische Vorstellungen als nicht mehr für sich selbst passend empfinden[4] Dies ist natürlich oft durch die Änderung des Körpergefühls durch ein Implantat bedingt. Selbst leichte Änderungen - Temperaturunterschiede zwischen dem eigenen Gewebe und der Datenbuchse, die Dissoziation zwischen dem Fremdkörpergefühl eines Implantats, das von den viszeralen Nervenzellen wahrgenommen wird, während es dem Nervensytem per DNI seine Zugehörigkeit signalisiert, oder die Andersartigkeit von Synthskin gegenüber der eigenen Haut, oder die gefühlte Verlangsamung der Wahrnehmung durch reflexverstärkende Cyberware und Bioware - können große Auswirkungen auf manche Metamenschen haben. Nicht nur, dass sie sich dadurch von anderen Metamenschen entfremdet fühlen, oft schaffen es solche CAD-Kranke auch nicht ihren Jetzt-Zustand mit ihren Erinnerungen an ihren Körper zusammenzubringen - sie entfremden sich im selben Maße auch von sich selbst.[2]

Ein Teil dieser Entfremdung von der Metamenschheit kann auch von der sozialen Rezeption dieser Personen kommen. Viele wenig Vercyberte empfinden die durch Implantate bedingte Andersartigkeit von Augmentierten als unangenehm - dass ihre Cyberaugen nicht blinzeln, geschweige denn wie polierte Metallkugeln aussehen oder in Schwarzlicht leuchten; dass ihre Arme mechanisch sind und ihr Körper die Statur eines Kühlschranks hat; und allein das Wissen um Cyberwaffen reicht aus, sich akut bedroht zu fühlen.[9] Aber auch schwer vercyberte Metamenschen sind soziale Wesen, die auf Input ihres Umfelds reagieren. Jemand mit viel und offensichtlicher Cyberware oder Bioware bemerkt solche Reaktionen durchaus - je nach Art der Implantate sogar weitaus besser als Unvercyberte - und zieht aus solchen, vorurteilsbehafteten Zurückweisungen daraus natürlich seine Schlüsse, was die dissoziation oft rapide verschärft.[2]

Psychogene Kybernetische Affektive Störung

Weniger bekannt als die dissoziative CAD, aber nicht weniger häufig, ist die psychogene CAD. Ihre mutmaßliche Ursache liegt darin, dass in jeder Augmentierung ein Risiko innewohnt, dass das Gehirn das neue Implantat nicht einfach akzeptieren kann. Um mit seiner Präsenz fertig zu werden, braucht es eine gewisse Gewöhnungsperiode. Die übliche Kombination aus Cybertram, Reha und Übungen, die Kunden von Bodyshops und Cyberkliniken zusammen mit dem Implantat verkauft wird, fängt die meisten Probleme auf und reicht, um ihnen zu helfen, sich mit der neuen Situation und dem Implantat zu arrangieren[4].

Für einige Empfänger von Cyberware und Bioware hingegen reicht das nicht. Manchmal macht das Gehirn die geistige Gymnastik der Gewöhnungsübungen einfach nicht mit, und das Implantat wird abgelehnt. Die daraus resultierenden Effekte sind vielseitig und können eine Reihe von Formen annehmen, die wie psychische Störungen wirken, aber tatsächlich aus dem gestörten Affekt gegenüber einer oder mehrerer Augmentierungen entstehen[4].

Die häufigste Form ist die scheinbar unerklärliche und plötzliche Entwicklung von Phobien, die üblicherweise mit dem Implantat verbunden sind. Das kann die Form einer Angst vor Höhen oder visuellen Reizen sein (beispielsweise Bilder von Clowns) für Empfänger von Senseware, oder auch eine panische Furcht davor, Teppich zu berühren, bei Empfängern von Cyberbeinen oder Orthoskin [4].

Zwangshandlungen, mit denen gefühlte Probleme mit dem Implantat umgangen werden, sind ebenfalls sehr häufig.[4] Dabei kann es sich um Rituale handeln (der Betroffene muss sich jede volle Stunde die Augen pflegen, darf mit der Cyberhand keine Tiere oder Kinder berühren, deaktiviert die Farbwahrnehmung in den Cyberaugen) oder auch klassischere Zwangshandlungen (der Luftdruck im Lufttank darf einen Schwellenwert keinesfalls unterschreiten, man darf mit dem Cyberfuß nur auf dunkle Bodenplattentreten, man muss alles in Zahlen besitzen, die von einer Gleichung in der Mathe-SPU berechnet werden, besitzen). Auch scheinbar rationale Gründe können eine rolle spielen; so entwickeln viele Augmentierte, die Knochenverstärkungen besitzen, Angst vor Fahrstühlen und wenig tragfesten Böden und Treppen, aus Angst, mit ihrem erhöhten Gewicht dort durchzubrechen.[10]

Andere typische Erscheinungsformen psychogener CAD sind Paranoia (Paranoide Persönlichkeitsstörung, PPD) und paranoide Wahnvorstellungen wie Verfolgungswahn, ausgelöst durch die beliebten Aufmerksamkeits-Coprozessoren; Bipolare Störungen, die oft von Reflexboostern, aber auch vielen Headware-Implantaten getriggert werden können; und Dissoziative Fugue und Dissoziative Persönlichkeitsstörung, ebenfalls verbunden mit Reflexboostern oder Synapsenbeschleunigern und/oder Talentleitungen (und insbesondere mit dem Missbrauch von BTL). Besonders letztere haben ein hohes Gefährdungspotential für den Betroffenen und Dritte. Von Betroffenen oft als ein Zustand, in dem die "Drähte schneller sind als das Gehirn, das einfach nur zusehen kann", beschrieben,[11] können solche dissoziativen Fuguen durchaus in tödlichen Amokläufen enden. Viele drastische Beispiele von spontaner Gewalt durch CAD-Erkrankte gehen tatsächlich auf dieses Phänomen zurück[1], ebenso die starke Regulierung reflexverstärkender Augmentierungen.

Supermenschenpsychose

Die dritte Form der CAD ist vielleicht die gefährlichste, aber auch die seltenste. Sie betrifft vor allem militärische Kampfcyborgs und Leistungssportler, aber auch Unterwelt-Elemente wie Söldner und Shadowrunner.[12]

Wenn man sich daran gewöhnt hat, mit der Geschwindigkeit hochklassiger Reflexbooster zu reagieren, wirken alle Unvercyberten unglaublich schneckenhaft langsam. Wenn man schneller rennen kann als ein Auto, durch Plasticretewände schlagen, und unter allen Umständen sehen, wenn man besser hören kann als eine Fledermaus und mit seinem Ultraschallsensor und Radarsensor durch Wände, Decken und Böden sieht, wenn man einen direkten Treffer mit einer Sturmkanone übersteht und dank Traumadämpfer, Symbionten und Dermalverkleidung nicht nur keinen Schmerz spürt, sondern einfach weiterkämpfen kann - dann ist es schwer, sich nicht als überlegen, oder alle Unvercyberten als schwächlich und minderwertig zu empfinden.[12] Es ist einfach, dann arrogant, sogar soziopathisch zu werden.[6] Man fühlt sich als Mehr als Metamensch - als Supermensch.[12]

Und wenn man diesen Schritt einmal gegangen ist was sind dann die normalen, gewöhnlichen Metamenschen? Muss man sich schlecht fühlen, wenn man eine Ameise zertritt? Wenn nicht, warum muss man sich anders fühlen, wenn man eines dieser langsamen, schwächlichen, zerbrechlichen und dummen Wesen zerreißt? dieser Auslaufmodelle namens Metamensch? [12]

Personen mit deutlich übermetamenschlichen Fähigkeiten, wie denen, die man durch Augmentierungen erhält, können sich nicht nur von sich selbst oder ihrem Umfeld entfremden - diese starke Form der Dissoziation trennt sie von ihrer gesamten Spezies. Sie sehen sich als die nächste Evolutionsstufe, und andere Metamenschen als wenig mehr als Nutzvieh.[12]

Und sie empfinden ihr nach normalen Maßstäben aufregendes oder herausforderndes Leben als langweilig und nicht herausfordernd genug. Sie empfinden es wie ein Trideospiel im Easy Modus. Wer an einer Supermenschenpsychose leidet, sucht die Herausforderung, den letzten Reiz, die Grenzen seines überlegenen Daseins, nur um zu sehen, wo diese liegen.[12]

Eine Charakteristik der Supermenschenpsychose ist der Verlust jeder moralischen Empfindung beim Verletzen oder Töten anderer Metamenschen. Nicht in Form einer mörderischen Wut, wie sie bei psychogener CAD auftreten kann, sondern in Form kalter Nichtbeachtung, wie normale Metamenschen einen verbrauchten Einwegslip wegwerfen oder eine Ratte töten. Denn genau den Stellenwert messen sie anderen Metamenschen bei.[12]

Diese recht seltene Form der CAD hat zu den gefährlichsten Kranken geführt, und eine Reihe der meistgesuchten Personen der Welt fallen unter dieses Krankheitsbild.

Behandlungsmethoden

CAD gehört zu den schwieriger zu behandelnden psychischen Störungen, da aufgrund ihrer Natur eine Behandlung mit therapeutischem SimSinn nicht greifbar sind, und auch Medikamente nur Symptome lindern können.

Die üblichste Behandlungsmethode ist der Rückbau der Augmentierungen des Kranken. Das kann bei exzessiven Vercyberungen schwierig werden und viel geklontes Gewebe erfordern.[13] Außerdem ist diese Behandlungsmethode selten mit Zustimmung des Betroffenen anwendbar, zumal wenn es sich um Strafvollzugsmaßnahmen handelt, und daher, wie alle psychologischen Verfahren, so nur eingeschränkt wirksam. Zusammen mit Medikamentierung können so die Gefährlichkeit des CAD-Kranken für sich selbst und sein Umfeld reduziert und die Störung gemanaged werden, aber eine Heilung ist nicht in Sicht.

Dennoch ist dies lange Zeit die einzige erfolgversprechende Behandlungsmethode gewesen. Bis die Revitalisierungstherapie aufkam.[13]

Diese von Universal Omnitech entwickelte Prozedur, die eine graduelle Rückgewinnung verlorener Essenz ermöglich, hat die Behandlung von CAD revolutioniert. Zusammen mit einem Rückbau zumindest einiger, besonders störender oder gefährdender Cyberware und/oder Bioware, eingehender Psychotherapie und angemessener Medikamentierung ist so eine graduelle, aber erfolgreiche Heilung erreichbar. Die Methode ist sehr teuer, und langwierig, und daher nicht für jeden verfügbar. Aber es ist die erste wirklich erfolgreich Heilung versprechende Methode.[13]

Prognose

CAD ist eine Zivilisationskrankheit, die durch den Lebenswandel der Sechsten Welt bedingt wird. Zwar kann im Rahmen von Aufklärungskampagnen auf die Risiken von Augmentierungen aufmerksam gemacht werden, aber zwischen Geschäftsinteressen, transmetahumanen Subkulturen und der einfachen Tatsache, dass Augmentierungen praktisch und in vielerlei Hinsicht für ihre Nutzer eine Bereicherung sind, ist vor allem Management gefragt. CAD wird nicht mehr auszurotten sein.

Aber man kann es regulieren und seine Effekte weitestmöglich abfangen.


Endnoten

Quellenangabe

  1. a b c Chrome Flesh S. 42
  2. a b c d e f g h Augmentation S. 29
  3. a b Chrome Flesh S. 69
  4. a b c d e f g h i j k l Chrome Flesh S. 70
  5. a b c d e f Augmentation S. 21
  6. a b Augmentation S. 18
  7. Augmentation S. 30
  8. a b Augmentation S. 28
  9. Cybertechnology S. 58
  10. Run Faster S. 57
  11. Cybertechnology S. 53
  12. a b c d e f g Chrome Flesh S. 59
  13. a b c Augmentation S. 84

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Weblinks