Gentherapie

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Die Veränderung der Erbinformation in einzelnen Zellen - vor allem in der Keimbahn - ist ein alter Hut. Einen ausgewachsenen, vielzelligen, komplexen Organismus so zu verändern, dass dabei ein neuer, stabiler Zustand entsteht, und zu vermeiden, dass der Organismus an unerwünschten Interaktionen oder Degenerationserscheinungen zugrunde geht - das hingegen ist eine hohe Kunst, die bis in die 2040er brauchte, um einigermaßen beherrschbar zu werden. Zwar wurde bereits in den 2010ern mit Gentherapien experimentiert, aber die meisten waren wenig erfolgreich, und selten überlebten Patienten sie mehr als wenige Jahre.

Heute kann man vieles mit Gentherapie erreichen. Man kann Krebs verhindern, Erbkrankheiten deaktivieren, Heilung drastisch beschleunigen, den Alterungsprozess umkehren, und viel, viel mehr. Diese Manipulation im Makro-Maßstab, von Billionen lebender Zellen auf einmal und in koordinierter Weise, wäre unmöglich ohne moderne Nanotechnologie, moderne Designer-Carrier-Viren (die Laserskalpelle zum stumpfen Fleischerbeil Crispr) und Stammzellmanipulation mit Reinsertierung in den Fällen, wo man die Manipulation weiterhin nicht im metamenschlichen Körper stattfinden lassen kann, ohne ihn zu töten. Daher dauert eine Gentherapie selbst heutzutage noch eher Wochen und Monate statt weniger Stunden - und erfordert üblicherweise einen guten teil dieser Zeit in einem künstlichen Koma und einem Tank.

Therapeutische Gentherapie

Diese Formen der Gentherapie sind die ältesten, am wenigsten komplexen und am besterprobtesten. Sie wurden bereits über Jahrzehnte verfeinert und verbessert und sind sicher, sauber, Essenzneutral und die mit Abstand weitverbreitetste Form der Gentherapie.

Krebsverhinderungsbehandlungen

Krebs ist zu guten Teilen genetisch veranlagt. Durch Routinetests werden heutzutage solche Genkomplexe sicher identifiziert, und können gentherapeutisch unschädlich gemacht werden. Dies mindert die Wahrscheinlichkeit, dass potentiell wahrscheinlicher Krebs sich je entwickelt. Diese Therapie kann aber nur im Vorfeld genutzt werden - ist der Krebs einmal da, hilft sie auch nicht mehr. Allerdings ist der Preis dieser Screenings hoch -realistisch können sich das außer Konzernbürgern und Reichen die Wenigsten leisten. Das heißt, Krebs ist technisch gesehen besiegt - aber dieser Siegt ist bedingt durch wirtschaftlichen Stand.

korrektive Gentherapie

Diese Behandlungen beschreiben einen bunten Strauß an Behandlungen für Erbkrankheiten und andere Gen- und Chromosomenstörungen, von Trisomie 21 und Huntington über Mukoviszidose, ALS, Sichelzellenanämie, Zöliakie bis zu Farbenblindheit und Nahrungsittelintoleranzen. Screenings auf solche Krankheiten und deren Behandlung werden von allen Megakonzernen für ihre Konzernbürger angeboten und auch von den meisten Krankenversicherern bezahlt. Sie sind die beliebtesten Gentherapien, die an Kindern vorgenommen werden.

verbesserte Heilung

Der metamenschliche Körper hat beachtliche Selbstheilungskräfte, die die meisten weltlichen Tiere weit hinter sich lassen. Aber er ist immer noch ziemlich beschränkt. Gentherapeutisch begleitete Heilung ist es nicht. Diese Ganzkörper-Gentherapie regeneriert den kompletten Körper in seinen Idealzustand. Verlorene Gliedmaßen und Organe werden regeneriert, Knochen heilen, zerstörte Nerven bauen sich wieder auf. Auch Effekte von degenerativen Erkrankungen wie ALS lassen sich so regenerieren, auch wenn die Krankheit selbst im Körper verbleibt. Wenn jemand sich weitgehend seiner Cyberware entledigt, um seine Essenz zu regenerieren, ist diese Therapie eine Grundvoraussetzung, es sei denn, diese Person möchte ein teurer Krüppel sein.

Diese Behandlung regeneriert allerdings die meisten Augmentierungen nicht - tatsächlich verkomplizieren Augmentierungen diese Prozedur erheblich, da die Nanitenschwärme, Viren und Behandlungen auf diese Augmentierungen eingestellt werden müssen, um sie beim Heilungsprozess zu berücksichtigen. Lediglich eine Heilung von Bioware ist so möglich, aber Cyberware und Nanoware können so nicht behandelt werden.

Verjüngungsbehandlungen

Diese Anti-Aging-Behandlungen gehören zu den komplexeren Gentherapien. Eine Kombination vieler therapeutischer Gentherapien, müssen sie langfristig durchgeführt werden und benötigen wiederholte Behandlungen über mehrere Jahre, um voll wirksam zu werden. Je nachdem, welche Form der Verjüngung gewählt wird, kann eine solche Therapie ein jugendliches Aussehen oder jugendliche Kraft wiederherstellen, oder eine Lebensverlängerung ohne Wiederherstellung des Körpers der Jugend erreichen. Allerdings gibt es eine Beschränkung, denn diese Behandlungen haben eine Essenzschädigende Wirkung, und diese verhindert, dass man das Alter ewig austricksen kann. Und auch wenn diese Behandlungen dauerhaft sind, und ein von 90 auf 18 verjüngter Körper wieder in normaler Geschwindigkeit altert, können nicht alle Altersschädigungen so behoben werden. Die Chemie und Struktur des Gehirns etwa muss unangetastet bleiben, da der Patient sonst schwere Gedächtnis- und Bewegungsgedächtnisschäden und Persönlichkeitsveränderungen befürchten muss. Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson lassen sich so nicht behandeln, da hilft nur eine vorbeugende korrektive Gentherapie.

Lebensverlängerung

Diese Behandlung ist die einzige und als einzige benötigt sie auch keine Langzeitbetreuung. Eine Therapie ist genug, um die Lebensspanne um 10 Jahre zu verlängern, indem der Zellalterungsprozess verlangsamt und einige Alterserscheinungen bekämpft werden. Die Therapie stößt bei wiederholter Behandlung allerdings schnell an ihre Grenzen. Kann man bei der ersten Behandlung mit 10 geschenkten Jahren rechnen, sinkt die Zahl mit jeder weiteren Behandlung auf etwa die Hälfte.

Physische Kraft

Diese Therapie behandelt das "gefühlte Alter" - sie behandelt nicht den Alterungsprozess selbst, sondern die Abnutzung des Körpers , die das Leben mit sich bringt. Mit dieser Behandlung kann ein Rentner die Vitalität und Fitness eines Jugendlichen an den Tag legen, ohne allerdings körperlich deutlich jünger zu werden, nur fitter. Eine solche Behandlung verlängert das Leben nicht direkt, die Lebensqualität, die hierdurch gewonnen wird, ist allerdings erheblich.

Léonisation

Der legendäre Jungbrunnen. Diese Behandlung stellt die Jugend wirklich wieder her, dreht die Uhr des Körpers zurück in die Jugend, macht Greise wieder zu jungen Erwachsenen. Léonisation ist ein "gentischer Reboot" des ganzen Körpers, kombiniert mit einer verbesserten Heilung und einem Eingriff in den genetischen Code jeder Körperzelle. Sie ist außerdem ein erheblicher eingriff in das holistische Körpergleichgewicht, denn der Altergungsprozess ist so natürlich wie der Körper selbst, und hat daher einen erheblichen Essenzschaden zur Folge.

Mehr dazu im Artikel zur Leónisation.

Zellreparatur

Diese spezialisierte form der Gentherapie dient nicht einer DNA-Umschreibung, sondern vielmehr der Korrektur von Erbgutfehlern, die sich durch Mutagene, Gifte, Strahlung, Magie und andere extreme Einwirkungen ergeben. Sie ist eine wichtige form der Therapie von Strahlenkrankheit und der Effekte von Nanotechwaffen wie Doom. Sie kann allerdings keine Erbkrankheiten heilen, aber dafür gibt es ja korrektive Gentherapie.

Ein überraschender Effekt, der mit Zellreparatur erreicht werden kann, ist die Regenerierung von Essenzverlusten durch Essenzräuber wie MMVV-Infizierte. Für eine Regeneration von Essenzschäden durch Augmentierung ist sie jedoch nicht geeignet.

Revitalisierung

Diese Gentherapie ist ein spektakulärer Durchbruch der frühen 2070er gewesen. Sie kann Essenzverlust durch Augmentierungen und durch schwere körperliche Sucht beheben, der bis dahin als permanent galt. Diese von Universal Omnitech entwickelte Prozedur - vermarktet unter dem Namen UO Elán - ist einzigartig auf dem Markt, was sich UO natürlich vergolden lässt.

Alles, was über die Prozedur bekannt ist, ist, dass sie von Gentechnikern, Biotechnikern, Medizinern und speziell ausgebildeten Thaumaturgen gemeinsam für jeden Patienten individuell entwickelt wird, und auf einem Prinzip des "genetischen Feng shui" basiert. Die Aura des Patienten und sein Körper werden durch DNS-Editing und dadurch eine Umlenkung der Energien der Aura erreicht wird, was Körper udn Aura wieder enger miteinander verbindet.

Eine Ähnlichkeit des Prozesses zu Cybermantie ist nicht von der Hand zu weisen.

Gentherapie und KFS

Gentherapie hinterlässt aufgrund ihrer starken Nutzung von Nanotechnologie stets Reste von Nanitenschwärmen im Körper des Patienten. Eigentlich ist das kein Problem - die Naniten sind inaktiv, kein Teil eines Netzwerks, und werden im Verlauf der Jahre vom körpereigenen Immunsystem nach und nach entsorgt.

Im Falle von KFS wurden sie leider ein Angriffsvektor der Naniten, die die Monaden zum Angriff auf Metamenschen nutzten. Auch laufende Gentherapien konnten, so die verwendeten Naniten infiziert waren, zu einer Falle werden, und eine Überschreibung der Persönlichkeit des Opfers erheblich beschleunigen.

Das hat der Gentherapie nicht gut getan, ihren Ruf als sichere Technologie sehr geschädigt, und die Entwicklung des Geschäftsfelds um Jahrzehnte zurückgeworfen. Aber letzten Endes ist diese Technologie für zu viele zu wertvoll, um unterzugehen.


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