Dunkelzahn-Attentat

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Das sogenannte Dunkelzahn-Attentat war die scheinbare Ermordung des Großen Drachen und gerade gewählten UCAS-Präsidenten Dunkelzahn am 9. August 2057, dem Tag seiner Amtseinführung. Nur wenige Individuen ahnen, dass es sich dabei um einen freiwilligen Selbstmord des Drachen handelte. Durch die Opfermagie, die er mit seiner Lebenskraft wirkte, konnte er letztlich einen wesentlichen Beitrag leisten, den Feind am Betreten der Sechsten Welt zu hindern. Er rettete mit dieser selbstlosen Tat das Leben von Milliarden Lebewesen.

Chronologie

Am 7. August 2057 gewann Dunkelzahn die UCAS-Präsidentschaftswahl und wurde zum ersten nicht-menschlichen Präsidenten der United Canadian and American States gewählt. Das Ergebnis war kurz vor Mitternacht bekannt gegeben worden und in vielen Städten überall in den UCAS feierten pro-erwachte Menschen und Metamenschen die Nacht und den nächsten Tag hindurch den historischen Sieg des Drachen. In Washington F.D.C. wurden derweil die Vorbereitungen für die Amtseinführung und die begleitenden Feierlichkeiten abgeschlossen. Die Amtseinführung war bereits für den 9. August angesetzt, um die irreguläre Wahl und die Interimspräsidentschaft schnell zu einem Ende zu bringen und der neugewählten Regierung eine möglichst zeitnahe Übernahme der Amtsgeschäfte zu ermöglichen.

Am 9. August legten Dunkelzahn und Kyle Haeffner den Amtseid als Präsident und Vizepräsident ab und absolvierten danach die verschiedenen Amtseinführungsfeierlichkeiten. Zum Abend hin begann Dunkelzahn eine lange Tour der verschiedenen Bälle, die zu seinen Ehren abgehalten wurden. Etwa um 22 Uhr Washingtoner Zeit traf er im Watergate Hotel zum Mrs. Grundland's Peanut Butter Cookie-Amtseinführungsball ein, der im großen Ballsaal des Hotels stattfand. Dort tanzte Dunkelzahn in menschlicher Gestalt zunächst mit seiner Übersetzerin Nadja Daviar, bevor er von seiner Sicherheitschefin Carla Brooks unterbrochen wurde und in einem Hinterzimmer einen Anruf von Ryan Mercury entgegennahm. Mercury, einer der Schlüsselagenten des Drachen, befand sich zu diesem Zeitpunkt in San Marcos, Aztlan, wo er die Ausgrabungsstätte eines Locus beobachtete. Der Bericht bestätigte Dunkelzahns Befürchtungen, dass es den Verbündeten des Feindes innerhalb von Aztechnology gelungen war, einen Angriffspunkt für einen Vorgehen gegen Thayla, die Wächterin der Weltengrenze, zu lokalisieren und dass die Erde kurz vor einer vernichtenden Invasion stand.

Angesichts dieser Entwicklung setzte Dunkelzahn einen Plan in Kraft, den er für diesen Fall entwickelt hatte. Er verließ vorzeitig, etwa 21 Minuten vor der geplanten Zeit, den Ball, aber ließ Nadja Daviar zurück. Als sich sein Konvoi vor dem Hotel in Bewegung setzte, explodierte die Limousine des Präsidenten um genau 22:23:08 Uhr in einem heißen Feuerball. Druckwelle und Hitze der Explosion waren unnatürlich gedämpft, so dass abgesehen von zerbarstenen Fensterscheiben und verbrannten Bäumen wenig weitere Schäden entstanden. Die Limousine war aber vollständig verschwunden. Dunkelzahn selbst hatte die Explosion ausgelöst, als Teil der Opfermagie, die seine Lebensenergie durch ein magisches Portal in das Drachenherz transferierte, ein Artefakt, das sich in Dunkelzahns Lake Louise-Hort in Athabaska befand. Um 22:24:57 Uhr erschien ein astraler Riss über der Explosionsstelle als Manifestation dieser Magie. Das Drachenherz war das Instrument mit dem das Eindringen des Feindes in die Sechste Welt verhindert werden konnte. Für diese Chance die Welt zu retten gab Dunkelzahn sein Leben.

Während sich in den nächsten Minuten der gesamte Sicherheitsapparat der UCAS in Bewegung setzte und eine Informationssperre verhängt wurde, gingen um etwa 22:28 Uhr über 500 Bekennerschreiben im FBI-Hauptquartier ein, in denen sich die terroristische Vereinigung Red Dawn zum Anschlag auf Dunkelzahn bekannte. Weitere Gruppierungen folgten. Um 23:14 Uhr untersuchte UCAS-Militär-Magierin Tanya Reilly astral das magische Phänomen vor dem Watergate Hotel, das später den Namen Watergate-Spalt erhielt. Sie starb als ihre Astralform in Kontakt mit dem Riss kam. Eine Viertelstunde danach wurde der Astralraum rund um das Phänomen zur Gefahrenzone deklariert und mit astralen Warnzeichen gesichert.

Noch in der Nacht zum 10. August wurde um halb drei Dunkelzahns Vizepräsident Kyle Haeffner entsprechend der Amtsnachfolge zum Präsidenten der UCAS vereidigt. Er beauftragte am Morgen den Obersten Richter Richard Scott mit der Gründung einer Untersuchungskommission zur Ermordung von Präsident Dunkelzahn. In den nächsten Tagen kam es zu heftigen gewaltätigen Ausschreitungen überall in den UCAS, die vom Militär, lokalen Polizei- und Konzernsicherheitskräften eingedämmt aber nicht vollständig gestoppt werden konnten. Am 12. August nominierte Präsident Haeffner Nadja Daviar als neue Vizepräsidentin. Am 14. August vollführten etwa ein Dutzend Große Drachen am Nachthimmel über Washington den rituellen Tanz des Todes zu Dunkelzahns Ehren. Am 15. August wurde das Testament des verstorbenen Drachen verlesen. Die Zeit nach Dunkelzahns Tod war angebrochen.

Auswirkungen

Das Drachenherz erwies sich tatsächlich als der entscheidende Faktor, der die Welt vor einer Invasion durch den Feind bewahrte. Diese direkte Auswirkung von Dunkelzahns Opfertod die verhinderte Zerstörung der Welt ist heute praktisch unbekannt. Dunkelzahns Tod gilt für die meisten Menschen und Metamenschen nach wie vor als Attentat. Auch die Scott-Kommission blieb eine Antwort auf die wahren Hintergründe letztlich schuldig und über die Jahre haben sich viele Legenden und Verschwörungstheorien um die Ereignisse rund um den Tod des Drachen entwickelt. Der Wahrheit am nächsten kam eine Veröffentlichung des North American Institute for Truth 2072, deren Analyse zufolge Dunkelzahn Selbstmord beging. Die Bewertung beruhte auf einer Videoaufnahme, die den Drachen beim Ausführen magischer Handlungen innerhalb der Limousine zeigt, sowie der Beobachtung unerklärter Fluktuationen rund um den Wagen.[1]

Obwohl die Eröffnung des Testaments mit Dunkelzahns zahllosen Verfügungen aus dem Grab heraus in den Jahren danach deutliche Dynamik entfaltete, die den Status Quo des Konzerngerichtshof genauso erschütterte, wie die Grundfesten der Drachengesellschaft und neue mächtige Institutionen in die Sechste Welt brachte, ist letztlich schwer zu ermessen, wie viele von diesen Vorgängen von Dunkelzahn selbst in Gang gesetzt worden wären, hätten ihn die Umstände nicht zu seinem Opfer gezwungen.

Der Große Drache wird heute vorallem als Märtyrer der Vision einer besseren Welt verehrt, den dunkle Kräfte vor der Zeit zum Verschwinden brachten. Eine Sichtweise, die von der Wahrheit gar nicht so weit entfernt ist.


Endnoten

Quellenangabe

  1. Sixth World Almanac S. 80

Quellenindex

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Sonstige

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