Personafix

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Personafixe (kurz P-Fixe) sind die wohl außergewöhnlichste und einer der wohl gefährlichsten Varianten von BTL. Für die Dauer des Trips verleihen sie dem Konsumenten eine komplett andere Persönlichkeit, die dem Junkie übergestülpt wird.

Wirkung

Nicht nur, dass P-Fixe mit der üblichen BTL-Wirkung zu tun hätten, sie erhalten auch eine andere Persönlichkeit, da der P-Fix Gedächtnisroutinen bestimmter Verhaltensmuster im Hirn des Konsumenten anbringt, die seine Persönlichkeit überschreiben. Einige P-Fixe enthalten zusätzlich noch Talentsoft-Elemente und häufig fehlt zudem der Reticular-Activation System Override (RAS Override), weshalb diese "Persönlichkeiten" dann auch noch in der Gegend umherlaufen, "normal" handeln und mit der Umwelt interagieren.[1]

Verwendung

Besonders beliebt sind historische Persönlichkeiten und auch Pop-Ikonen.[1] Allerdings gab es in der Vergangenheit auch schon Chips mit Persönlichkeiten von Gewaltverbrechern, "Superschurken" und wahnsinnigen Mördern, was für die Umgebung der Konsumenten solcher Chips äußerste Gefahr bedeutet.

Die Personafix-Technologie hat aber nicht ausschließlich illegale Anwendungen. In den 2070ern hat Horizon erste Personafixe für medizinische Anwendung auf den Markt gebracht. Außerdem ist bei der Behandlung von KFS-Opfern eine Personafix-Aufnahme ihrer alten Persönlichkeit eine der wenigen einigermaßen wirkenden reparativen Therapien.

Langzeitschäden

Längerfristiger Gebrauch von Persona-Fix-BTLs zerstört die eigene Persönlichkeit, da das Gehirn, vor allem in Kombination mit einem Datenfilter, vergisst, wer es ist. Solche bedauernswerten Personen nennt man Blank Slate - eine leere Leinwand. Sie sind ohne Persona-Fix kaum mehr als Wachkomapatienten - zwar wach und fähig, auf Impulse zu reagieren, aber schrecklich passiv - ohne jeden Eigenimpuls oder eine Erinnerung daran, wer sie einmal waren und was für eine Person sie sind. Dieser Zustand ist endgültig; die alte Persönlichkeit ist "tot" - so von ihr keine Persona-Fix-Matrix erstellt wurde.

Beispiele

Global Dreamchips

Die berüchtigten drei Global Dreamchips, die aus einem Konzernlabor von Global Technologies gestohlen wurden und in den 2050ern}} in Seattle kursierten, waren ein besonders übles Beispiel für diese Art Chips. Sie enthielten die Persönlichkeitsprofile von Jack the Ripper, Dschingis Khan und Kleopatra. Die übliche Beschränkung der Wirkung aufgrund des vorhandenen festverdrahteten Speichers im Gehirn, löste Global geschickt mit Hilfe der BTL-Technologie, die die eigene Persönlichkeit überlagerte und so das synthetische Ego die Kontrolle über die motorischen Fähigkeiten des Konsumenten übernahm. So kam der Konsument in den "Genuss" der hochrangigen Fertigkeiten der geladenen Person. [2]

Shadowtalk Pfeil.png Für die Testreihen wurden spezielle neurale Feedback-Maschinen verwendet, die die Probanden vor den üblichen Nervenschäden und die geistige Verwirrung durch den BTL-Konsum schützten sollten. Das klappte aber nur solange man den Chip nicht rauszog, denn dann erzeugte der Chip eine direkte Entladung ins Hirn. Unschöne Sache, wie manch Decker zu berichten weiß. Die Chipheads auf der Straße hatten dabei noch schlechtere Karten. Diejenigen, die den Trip überlebt haben, werden ihn so schnell nicht vergessen.
Shadowtalk Pfeil.png Sid 7.6

Global hoffte, die Chips an das Militär verkaufen zu können, erreichte jedoch nie die Marktreife. Ein Erfolg hätte eine neue, überlegene Klasse Menschen geschaffen: Superspione, Supersoldaten, Supermörder usw. Horizon, die Global Technologies in den 2060ern nach dem Zweiten Crash übernahmen, entwickelten die Technologie allerdings weiter und brachten in den frühen 2070ern über KaleidoScape eine Neuauflage dieser inzwischen recht ausgereiften Technologie auf den Markt, jetzt ein stabiles Personafix-Aktionssoft-Bundle. Neben Sun Tzu brachte der Megakonzern auch einen Neil, der Orkbarbar-Chip mit allem, was Neil so können muss (inklsuive Or'zet) heraus.

Bunraku-Fixe

Eine Sonderform von Persona-Fix sind die Chips, mit denen die durch Datenfilter gefügig gemachten Angestellten in Bunraku-Bordellen (auch abfällig Fleischpuppen genannt) bestückt werden, und die den Prostituierten eine Persönlichkeit nach den Wünschen des zahlenden Freiers verleihen[1], die - meistens - zum durch plastische Chirurgie und kosmetische Cyberware angepasste Aussehen der Freudenmädchen und -jungs passt. Die BTL-Abhängigkeit ist für die Zuhälter eine willkommene Zugabe, da sie es erleichtert, die Angestellten unter Kontrolle zu halten.

Namentlich die Yakuza ist auf dieses Geschäft spezialisiert, aber in jüngerer Zeit drängen sich auch die Mafia, die Vory v Zakone und selbst die Kabul Maffiya (und "Asena" Buluts Berliner Graue Wölfe) in diesen Markt. Sogar eine Otaku-Gang unter einem gewissen Amor in New Orleans betrieb vor dem Crash 2.0 zeitweilig ein Fleischpuppenhaus. [3]

Tierfixe

Es gibt sogar P-Fixe, die einem (Meta)Menschen eine tierische Persönlichkeit überstülpen, so dass der Chipper sich unter dem Einfluss wie der entsprechende Critter benimmt.

Shadowtalk Pfeil.png Man muß schon gesehen haben, wie ein Super-Model, das so'n Chip geslottet hat, auf allen vieren aus seinem Mitsubishi Nightsky jumpt, das drekige Pflaster beschnüffelt und dann den nächsten Laternenpfahl anpinkelt, um zu glauben, wie pervers die Welt geworden ist...
Shadowtalk Pfeil.png Dirndl-Society ...Servus, küss die Hand & Pfüeti!

Der Markt hierfür ist allerdings sehr speziell und eher klein...[4]

Statsofts

Ähnlich den Persona-Fixen sind auch spezielle Chips, auf welche man in den UCAS das Spielverhalten historischer Baseball-Größen brannte, wenn auch die Überlagerung der Persönlichkeit weniger vollständig und gravierend ist, die Talentsoft-Elemente stärker und die Signale natürlich nicht auf BTL-Niveau sind. Unter dem Einfluss dieser speziellen, Statsoft genannten Chips spielen die Spieler der NAL in den 2050ern z. B. wie Babe Ruth, Ty Cobb oder Pete Rose. Da diese Chips die Chancen bei Spielen statistisch berechenbarer machen, gelten sie als Mittel, um Wettmanipulationen vorzubeugen, und sind teilweise inzwischen sogar vorgeschrieben.[5]


Endnoten

Quellenangabe

  1. a b c Shadowrun Fünfte Edition S.415
  2. Dreamchipper S. 73 (eV: S. 74)
  3. Bedrohliche 6. Welt der Artikel über die dissonanten Otaku
  4. München Noir ?
  5. Byteball, Kurzgeschichte von Michael Stackpole in Wolf und Rabe

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Weblinks