Persona 2.0

Aus Shadowhelix
Wechseln zu: Navigation, Suche

Persona 2.0 oder P2.0 - Pito (gesprochen: Pitu) - ist ein Soziales Netzwerk, das von der Horizon Group betrieben wird.

Grundlagen

Wenn heutzutage von Persona gesprochen wird, ist meist Persona 2.0 gemeint. Dieses soziale Netzwerk war Horizons großer Coup Anfang der 2070er. Es ist exklusiver als Persona 1.0,[1] da man zu Persona 2.0 eingeladen werden muss.[2] Auch wenn es mittlerweile Persona 1.0 an Userzahlen überholt hat, konnte sich Persona 2.0 so lange den Mythos der Exklusivität erhalten.[1] Persona 2.0 wurde am 10. November 2070der Öffentlichkeit vorgestellt.[3]

Wird Persona 2.0 auf ein Kommlink gespielt, erscheint ein neues Icon im Knoten des Kommlinks (und auf dessen Benutzeroberfläche): Drei konzentrische Kreise, jeweils in einer anderen Farbe, und jeder mit einer Zahl darin. Diese Zahlen zeigen dem Nutzer in Echtzeit seine Popularität innerhalb des Netzwerks, den Grad seiner Vernetzung und wie nahe er an Gary Cline, Horizons Machtzentrum, ist.[1]

Persona bietet dem User ein eigenes, frei gestaltbares Icon, die Persona, unter der User innerhalb des Netzwerks auftreten. Persona 2.0 berechtigt auch zur Nutzung von Horizons globalem Gitter Eternal Horizon, wo dieses Icon dann ebenfalls standardmäßig verwendet wird.[4] Es stellt außerdem einen Persona-Agenten (ebenfalls frei konfigurierbar, aber nur innerhalb der Hosts von P 2.0 und Eternal Horizon nutzbar), der den User allerdings permanent drängt, seine Sensorfeeds, Chats und andere Matrixaktivitäten auf Persona 2.0 zu posten.[5]

Der Ich-Channel

Persona 2.0 ist live-networken, bloggen, Reputation, und SimSinn, alles in einem. Es teilt anderen deinen Standort mit, bestärkt dich permanent in deiner eigenen Wichtigkeit, und erlaubt dir, einer der Sterne im glitzernden Promihimmel zu werden. Sei das, wovon alle träumen! Sein eine Persönlichkeit! Das ist jedenfalls ungefähr die Verkaufsmasche, mit der Horizon User in Persona 2.0 drängt.[1]

Tatsächlich ist Persna 2.0 ein hartes Pflaster. Der Wettbewerb, der zwischen denen, die auf Persona 2.0 Content anbieten dürfen, tobt, generiert so eine Fülle an unabhängig scheinenden Reality Shows und MeFeeds, die alle versuchen, einander an Schrillheit und Relevanz zu überbieten, um an Abonnenten zu kommen. Das macht Los Angeles auch zu einem Ort, an dem man Millionen Channels schauen kann, und es ist irgendwie immer derselbe Scheiß.[5]

Nicht-Horizon-Medien berichten gerne von dem Druck, den das auslöst, und davon, dass es den einen oder anderen User in den Selbstmord getrieben hat. Sich zu "pito-en", wie man diese Form des Selbstmords nennt, ist in Kalifornien eher ein Witz, auch wenn es nicht selten ist. Dieser Ruch der Gefahr und der Glaube, über solch schwachem Verhalten zu stehen, machen für viele Glitterati und Möchtegerns einen Teil des Reizes von Persona 2.0 aus.[2]

Rate Me

Persona 2.0 beruht auf einer dreiteiligen Beliebtheits-Metrik, die in Echtzeit angepasst wird und so jederzeit die aktuelle Reputation innerhalb des Netzwerks anzeigt. Alles was es dafür braucht, ist die App, ein Kommlink, und eine Matrixverbindung.[1]

Der Cline-Faktor

Der erste Wert in dieser Metrik ist die Centrality (auch als C-Rating bezeichnet). Dieser Wert gibt an, wie viele Netzwerkkontakte man von Horizons CEO Gary Cline entfernt ist. Je niedirger, desto besser: persönliche Freunde und wichtige Geschäftspartner von Cline haben den Wert 1 (Gary selbst den Wert 0). Wenn also dein Teamchummer (1) eine Bettgeschichte mit dem Sohn (2) des Typen (3) der der Personal Trainer (4) von Clines Schwägerin (5) ist, wäre dein C-Wert 5. C-Werte alternieren zwischen 0 (Cline) und 8, nach der Kleine-Welt-Theorie, die besagt, dass niemand über mehr als 8 Schritte mit Gary Cline bekannt sein kann.[1]

Cline hält seinen inneren Kreis stabil und tauscht nur gelegentlich Personen daraus aus. Mit C-Ratings von 2 bis 3 ist man im Konzern ein Power Broker, und mit 4 bis 7 ist man Normalnutzer von Persona 2.0. Der C-Wert neigt dazu, der stabilste zu sein, auch, weil die meisten User keinen Weg haben, ihn zu ändern. Natürlich ist gerade deswegen eine Verbesserung (oder Verschlechterung) des C-Ratings von enormer Bedeutung, auch für die beiden anderen Metriken.[1]

Freunde und Netzwerke

Der zweite Wert ist die Größe des Netzwerks des Users (auch als M- oder Membership Rating bezeichnet). Das beschreibt die Größe des Friends-Netzwerks des individuellen Nutzers. Wenn Der C-Wert die Qualität der Kontakte anzeigt, zeigt M die Quantität. Hier gilt, dass die Zahl gar nicht groß genug sein kann; je mehr Friends, desto höher ist der M-Score.[2]

Das M-Rating ist eine Weiternetwicklung der Friends-Netzwerke herkömmlicher sozialer Medien. Friends auf Persona 2.0 sind reziproke Interaktionen, also kommt man bei jemandem, dessen Friendship man annimmt, immer auch in dessen Netzwerk. Die meisten User gehen diese Beziehungen ohne nachzudenken ein, und es ist üblich, auch mit komplett Unbekannten vernetzt zu sein. Scherzhaft nennen User das "Who-the-hell-is-Harry?"-Syndrom.[2]

Jemanden aus seinem M-Netzwerk zu entfernen ist wiederum einseitig und braucht keine Zustimmung des zu Entfernenden (und man verbleibt in dessen Netzwerk). Allgemein fragt man als Persona 2.0-User bei jedem dessen C-Wert um 2 Punkte niedriger ist als der eigene, um eine Netzwerkeinladung. Hierbei können es sich nur die bekanntesten und beliebetsen Persona-User leisten, wählerisch zu sein, und Members schnell mit einem Swipe hinzufügen ist eine sehr übliche Tätigkeit, selbst für Persona-Power-User.[2]

Shadowtalk Pfeil.png Exklusivität?! - Pftt... - Die Zeiten, in denen es eines dreisten oder gar aufwändigen und komplizierten Schwindels bedurfte, um als kleiner Go-Ganger, Runner-Neuling, Cop, Kellerin oder Verkäufer in einem Laden in Santa Monica eine Einladung und die Pito-Mitgliedschaft zu bekommen, sind lange vorbei... und man fliegt auch längst nicht mehr so leicht wieder raus, wie am Anfang.
Shadowtalk Pfeil.png HollyWut
Shadowtalk Pfeil.png Einem Decker ...ähm, Hacker 5.000 Nuyen und mehr in den virtuellen Rachen zu schmeißen, damit er einem einen "echten" gefälschten Account ins Netzwerk schleust, das machen inzwischen wirklich nur absolute Greenhorns mit zuviel Geld - oder Leute, die gute Gründe haben, auf P2.0 mit einer Fake-ID präsent sein zu wollen, die KEINERLEI Verbindung zu ihrer echten ID und SIN und ihrer Persona in anderen Matrixportalen und -boards besitzt. - So wie auswärtige Runner und andere Geschäftsreisende, die hier einen Urlaub oder Arbeitsurlaub absolvieren wollen, ohne deswegen ihre Schatten-Reputation außerhalb von LaLaLand zu ruinieren oder Ärger mit ihrem Boss in Washington oder Atlanta zu bekommen!
Shadowtalk Pfeil.png Phil the Decker
Shadowtalk Pfeil.png ...ich könnte Euch ja jetzt verraten, wie sich einige unserer Harburger Gangleader mit ihren P2.0-Accounts nennen - aber ich lass es wohl doch lieber, da ich zufällig meine beiden Hände samt aller 10 Finger noch brauche!
Shadowtalk Pfeil.png Balto da Hack-Dog

Abonniere mich!

Der dritte Wert, aus dem das Persona-Rating errechnet wird, ist das S-rating (von Subscription). Es ergibt sich aus den Abonnenten des "Me-feed" des Users. Je mehr Abonennten, desto populärer ist man, und desto höher steigt das S-Rating. Das Netzwerk hat dabei eine kurze Aufmerksamkeitsspanne - wer nicht Interessant ist, hat schnell keine Abonnenten mehr. Für Jeden mit einem C-Rating von 3 oder weniger ist eine Friendship nötig, um den MeFeed abonnieren zu dürfen, wenn man keine Einladung erhält. So können selbst Nicht-Persona 2.0-User eingeladen werden - ein beliebter Trick bei besonders popularitätshungrigen Persona-Promis, die so Abonnenten bekommen, ohne niederes Volk in ihrem Netzwerk zu haben.[2] Bei jedem mit einem C-Rating von 4 oder höher kann man ohne Einschränkungen alle Feeds abonnieren, aber wer möchte schon den MeFeed eines Hausmeisters mit einem C-Wert von 7 anschauen?[2]

Shadowtalk Pfeil.png ...und genau hier sind wir an dem Punkt, wo P2.0 für alle, die sich in den Schatten oder generell jenseits des Gesetzes oder in den Grauzonen bewegen zum Tanz auf der Rasierklinge wird: Abonnenten bekommt - und behält - man nur, wenn man diesen auch etwas zu lesen, zu hören und zu sehen gibt - Statusupdates, Blog-Kommentare, Voice- und Vid-Streams, ähnlich den Me-Feeds im Rotten Big Apple. - Jeder wird sich denken können, daß man damit zwangsläufig das Risiko, bei etwas illegalem oder gar bei einem Run geschnappt zu werden, deutlich erhöht, und den Cops der Pueblo Sec Force die Beweise für seine Verbrechen (oder die seiner Geschäftspartner, Teamkollegen und Chummer) unter Umständen frei Haus liefert.
Shadowtalk Pfeil.png HollyWut
Shadowtalk Pfeil.png Da sagt die gute Holly ein wahres Wort. Das Richtige Maß zu finden, ist wirklich eine Kunst: Einerseits musst Du als P2.0-Runner die Abonnenten bei der Stange halten, was nur gelingt, wenn Du ihnen was bietest, und andererseits musst Du ständig acht geben, daß Du Dich nicht durch die eigene Indiskretion in die Bredoullie zu bringen, und entweder Dich selbst oder die Connections exponierst und verrätst, ohne die Du auch in den Schatten LAs nicht überlebst. Andererseits beurteilen aber eben genau diese Kontakte und Teamkollegen - inklusive der Mr. Johnsons - Dich hier ebenso nach Deinem P2.0-Profil, wie es der Türsteher irgendeines angesagten Clubs macht, um zu entscheiden, ob Du rein darfst, oder draussen bleibst, wie all die anderen Looser... Was - nebenbei gesagt - hierzulande für den Türsteher übrigens oft wichtiger ist, als die aktuelle Clubmode, die Du trägst, oder ob ihm Dein Gesicht sympathisch ist.
Shadowtalk Pfeil.png Felix
Shadowtalk Pfeil.png Rund um die Kunst, wie man seine Runs auf P2.0 als Feeds vermarktet, ohne sich dabei so zu exponieren, daß man geschnappt wird, oder unbeabsichtigt gerichtsverwertbare Beweise produziert, hat sich mit Leuten wie den «Panopticons» in LaLaLand eine richtige, eigenständige Schattenindustrie entwickelt. Diese Tech-Ganger kümmern sich beispielsweise darum, daß Deine Lifefeeds genau solange zeitverzögert sind, daß Dir und Deinem Team das notwendige Zeitfenster bleibt, um heil raus zu kommen, oder die die Trideo-Bilder so bearbeiten, daß es kein Foto oder Vid-File gibt, mit dem Du im schlimmsten Fall Deinen bewährten Hehler oder Schieber ans Messer liefern würdest... Und glaub mir, wer nicht über ein eigenes, hinreichend erfahrenes Kamerateam verfügt, der tut gut daran, die Nuyen zu investieren!
Shadowtalk Pfeil.png Star Schnitt
Shadowtalk Pfeil.png ...und während in L.A. leider fast jeder - vom Gang-Kiddy über den Streetsam bis hin zu Schiebern und Johnsons dieses Spiel mitspielt und man ein Nichts ist, wenn man sein P2.0-Profil nicht pflegt (oder, schlimmer: überhaupt keins hat), wird man als P2.0-Runner außerhalb der Stadt der Gefallenen Engel als Medienhure Horizons, Poser und Selbstdarsteller wahrgenommen, den viele gestandene Shadowrunner - inklusive meiner-einer - nicht mal mit der Kneifzange anfassen ... davon, so jemanden im Team zu haben, gar nicht zu reden! Sogar dann, wenn man seine P2.0-Updates konsequent auf Freizeitaktivitäten und den eventuellen, (semi-)legalen Day-Job beschränkt.
Shadowtalk Pfeil.png Raider

Das Geschäft mit den Subscriptions

Persona 2.0 ist Invite Only, nur für Bessere Menschen Als Du™. Man kann sich nicht in Persona 2.0 einkaufen, man kann nur eingeladen werden. Falls eines der elitären Mitglieder von Persona 2.0 jemanden besonders sexy, interessant, lustig oder exotisch findet, kann jemand in diesen Zirkel geholt werden.[2] Das System gibt sofort sechs Einladungen zu den Netzwerken anderer an jeden Neu-User, diese sind zufällig generiert, aber an den C-Wert dieser Person angepasst. Weitere Personen im Netzwerk muss man sich verdienen, oder man kann sie von Persona (oder auf dem Schwarzmarkt) kaufen. Hacks von Persona 2.0-Accounts sind ein boomendes Geschäft in Los Angeles. Allerdings ist Persona aufmerksam, um genau so etwas zu verhindern, und wenig kann eine Persona-Score so schnell zerstören wie die Aufdeckung solcher gekaufter Abonnenten. Weniger kontrovers sind gekaufte Einladungen, und einige User mit geringem C-Wert verdienen gutes Geld damit, gegen Zahlung Außenseiter einzuladen.[2]

Persona non grata

Man verliert seinen P2.0-Account, wenn die Persona-Score zu tief sinkt - dann fliegt man wegen mangelndem Unterhaltungswert. Persona 2.0 ist eben ein Privileg. So stellt das Netzwerk sicher, dass es nur die wirklich aufregenden, interessanten Personas hat. Die meisten User können sich mit einem ausreichenden Membership Rating oder einer ausreichenden C-Score über Wasser halten, aber wenn die Centrality 8 und die Abonnentenzahlen zweistellig sind, rettet einen auch das nicht. Zumal dann auch das M-Rating sinkt, denn wer will mit so einem Loser befreundet sein?[2]

Beliebte Channels

Persona 2.0 hat unzählige Channels, in denen sorgfältig kuratiert Reality Shows laufen, die versuchen, jede mögliche Nische abzudecken.[1] Der harte Wettbewerb zwischen denen, die sich einen aktiven Account leisten können, diesen zu halten, indem sie Aufmerksamkeit erregen, hat außerdem den Effekt, dass reguläre Nutzer aus einer großen Masse von Channels wählen können.[5]

Gang Life

Einer der beliebtesten Channels in den frühen 2070ern, ist Gang Life auf das Leben der A-Kidz, einer Gang, die nur für diesen Channel existiert, zentriert. Neben Live-Feeds des Gangerlebens bietet Gang Life auch interaktive Blogs, Fanseiten und Hintergrund-Dokumentationen.[1]

Legendary Recovery Services

Ein Kanal, auf dem sich die Promi-Kopfgeldjäger Grendel und Wulf vermarkten, während sie für Horizon Kopfgelder einsammeln und alle Arten von schweren Jungs jagen.[6]

P2.0: Prime Runners

Dieser Channel ist der einer Shadowrunner-Gruppe, die von sich selbst behaupten, die Elite der Runnerszene von Los Angeles zu sein. Sie lassen ihre Abonnenten an ihrem Leben teilhaben, streamen Runs und Vorbereitung, und wilde Jagden mit den Sicherheitskräften - und werden, natürlich, nie geschnappt.[1]

The Dude

Der P2.0-Channel von Joe Kliebermann ist ein echtes Phänomen. Ein Möchtegernschauspieler mit einem 24/7-MeFeed auf Persona, sprach sich schnell herum, dass hier das wahre Talent Kliebermanns zum Vorschein kommt: Der Mann ist einfach ein Magnet der Seltsamkeit. Sein Leben wäre eigentlich nur deprimierend, aber er schafft es, dauernd ungestellt und ohne eigenes Verschulden in absurde Situationen zu kommen, auf die er dann wie ein normaler Metamensch reagiert.[7]


Endnoten

Quellenangabe

Index

Deutsch Englisch

Weblinks