Artifiziell-Induziertes psychotropisches Schizophreniesyndrom

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Das Artifiziell-Induzierte psychotropische Schizophreniesyndrom (AIPS, engl. Artificially Induced Psychotropic Schizophrenia Syndrome, AIPS Syndrome oder umgangssprachl. Apes = wörtl. Affen) ist eine psychische Störung, die bei zahlreichen Menschen und Metamenschen diagnostiziert wurde, die während des Crashs von 2064 über eine VR-Verbindung in der kollabierenden Alten Matrix gefangen waren.

Symptomatik

Bei AIPS, das Ähnlichkeiten mit Posttraumatischem Stress-Syndrom, Aufmerksamkeitdefizit-Syndrom und Gordon-Syndrom aufweist, kommt es zu einer erhöhten Elektrosensibilität und Wahrnehmungsstörungen. Betroffene sprechen mit Wesenheiten am Rande ihrer Wahrnehmung und sind orientierungslos in ihrer eigenen virtuell-realen Welt gefangen.

Technomantische Begabung

Tatsächlich sind ein gewisser Prozentsatz der AIPSler - ohne es selbst zu wissen - latente Technomancer. Während sie elektronische Signale jeder Art ohne Hilfsmittel wie AR-Brillen, Feedback-Kleidung etc. körperlich wahrnehmen, z.B. das bloße Klingeln eines Kommlinks als unerträglichen Schmerz empfinden und von jedem AR-Objekt mit sensorischem Input überschüttet werden, können sie zugleich instinktiv bzw. durch pure Willenskraft elektronische Geräte und die Matrix selbst beeinflussen. Scheinbar zufällige Matrixphänomene, das Auftauchen von Sprites und unerklärliche Störungen und Ausfälle von Technologie und Elektronik häuften sich in ihrer Nähe, wenn sie nicht mit Tranquilizern und Sedativa ruhiggestellt wurden.

Therapie

Bislang ist kein Heilmittel gefunden worden. In Therapiezentren mußten sich die Konzerne - die sich in der Sechsten Welt mit ihrem weitgehend privatisierten Gesundheitssystem um die Betroffenen kümmern - im wesentlichen darauf beschränken, die AIPS-Opfer von allen elektronischen und technischen Geräten und insbesondere der neuen WiFi-Matrix zu isolieren und sie mittels Psychopharmaka und Beschäftigungstherapie ruhig zu stellen. Gleichzeitig wurde aber in den Therapie-Einrichtungen, von denen die Horizon Group z. B. eine im Minneapolis-St. Paul-Sprawl betrieb, weiter geforscht (was Experimente an den Patienten mit einschloss), da ein echtes Heilmittel für den Kon, der es entdeckte oder entwickelte, ein Multimillionen-Nuyen-Geschäft gewesen wäre.

Öffentliche Wahrnehmung

Ein Buch und ein Interview von einem Wissenschaftler mit Namen Dr. Gavin Pierce waren die Hauptquellen öffentlich zugänglicher, fachlicher Informationen über Artificially Induced Psychotropic Schizophrenia - wenn man mal von diversen Schattengerüchten in entsprechenden Matrixboards absah. Die Entdeckung der Technomancer - oder "Technokinetiker", wie die Kon-Schlipse der F&E-Abteilungen sie zunächst nannten - führte zur Technomancer-Verfolgung von 2070.

Fallgeschichten

Der Fall Christian Lafleur

Der Technomancer Christian Lafleur, der von dem ehrgeizigen und erbarmungslosen Konzern-Mediziner Dr. Julio Gonzales-Schwartz in einer Anstalt Horizons nach der zufälligen Entdeckung seiner Fähigkeiten als Forschungssubjekt missbraucht worden war, war einer von diesen Unglücklichen. Er entkam allerdings, und rächte sich am 24. 12. 2069 in Seattle an seinem Peiniger, in dem er die Bunraku-Puppen durch Übernahme des BTL-Servers in einem entsprechenden Etabilissement zu Killerinnen umprogrammierte, das Haus unter seine Kontrolle brachte und den Doktor dort festsetzte. Während Gonzales-Schwartz hilflos im Würgegriff einer der zur Killermaschinen umfunktionierten Geishas steckte, trieb Lafleur den Doc mittels einem ganzen Potpourrie virtueller Foltermethoden soweit, dass er - so er überhaupt lebend aus der Falle herauskam - zwei Tage später vor einer Horizon-Niederlassung ein öffentliches Geständnis über die Misshandlungen der Patienten im Therapiezentrum ablegte ehe er sich mit einer Nagelbombe selbst in die Luft jagte.

Renraku München

Im ADL-Hauptquartier von Renraku in München wurde ebenfalls an AIPS-Patienten - in der Regel SIN-losen Probanden, die von der Straße aufgegriffen und verschleppt worden waren - diverse grausame Experimente bis hin zur Vivisektion vorgenommen, um ihnen das Geheimnis der Technomancer und ihres Zugriffs auf die WiFi-Matrix und jegliche sie umgebende Elektronik ohne Hilfsmittel zu entreißen. Ein Teil dieser metamenschlichen Versuchskaninchen konnte entkommen, als die KI INCUBUS verrückt spielte und das Sicherheitssystem der Arkologie - inklusive der auf Firmpoints montierten Sentry-Guns - gegen die Bewohner, Forscher, Sicherheitskräfte der Roten Samurai und Lohnsklaven einsetzte und anschließend drohte, die Selbstzerstörung auszulösen. Zu den Entkommenen gehörte auch die Elfe und Technomancerin Aurora Sync, die dann - gemeinsam mit dem Sensationsreporter Jack Kowalski vom Sender «WKVA» - eine entscheidende Rolle dabei spielte, dass die Ereignisse wenigstens zum Teil an die Öffentlichkeit gelangten.[1]


Endnoten

Quellenangabe

  1. Roman: Digitaler Albtraum

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