Konzernangehörigkeit

Aus Shadowhelix
(Weitergeleitet von Konzernbürger)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Konzernangehörigkeit ist die rechtliche Zugehörigkeit einer natürlichen Person zu einem Konzern.

Shadowtalk Pfeil.png Nun ja, natürliche Person ist ein etwas altertümlicher Begriff. Seitdem auch freie Geister Staatsbürger sein können, - somit dann auch Konzernbürger - fällt schon mal die Definition des Begriffs als "(meta-)menschliche Person" flach. Und seitdem einer der großen 10 einer KI Konzernbürgerschaft angeboten hat, wird es selbst mit dem "natürlich" schwer...
Shadowtalk Pfeil.png The Blind Seer

Rechtliche Grundlagen

Dies geht weit über ein einfaches Arbeitgeber-Angestellte-Verhältnis hinaus: Da exterritoriale Konzerne eine eigene "Konzernbürgerschaft" für ihre Mitarbeiter haben, und eigene SINs ausgeben, kann man in der Sechsten Welt tatsächlich Bürger eines Megakonzerns sein. Wohnraum innerhalb von geschützten Konzernenklaven oder erst recht von Arkologien ist häufig auf eigene Konzernbürger beschränkt.

Shadowtalk Pfeil.png Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Du kannst heutzutage allen Ernstes Bürger von Ares Macrotechnology werden... und wenn Ares dich feuert, bist Du nicht nur Deinen Job und die Wohnung innerhalb einer Konzernanlage sondern auch die Konzernbürgerschaft wieder los! - Dadurch zwingen die Kons ihre Angestellten, die Bedingungen der Lohnsklaverei klaglos zu akzeptieren...
Shadowtalk Pfeil.png El Bureaucrat
Shadowtalk Pfeil.png Mit der Praxis, Amateurmannschaften von Sportlern zu Olympischen Spielen zu entsenden [1] und mit Yamatetsus Bewerbung um die Ausrichtung der Olympiade haben die Kons den Unterschied zwischen einem Megakon und einem Nationalstaat sogar noch weiter aufgeweicht.[2]
Shadowtalk Pfeil.png Professional Athlet

Teilweise genießen Konzernangehörige/-bürger - oder zumindest die höheren Chargen unter ihnen - die selbe juristische Sonderbehandlung, wie das Botschaftspersonal ausländischer diplomatischer Vertretungen.

Die Frage, ob Konzernbürger dort, wo sie leben, auf kommunaler, Landes- und/oder Staatsebene aktives oder passives Wahlrecht genießen, ist in den jeweiligen Wahlgesetzen und Verfassungen unterschiedlich geregelt. Das PCC etwa hat Konzernangehörige der Horizon Group in den 2070ern vom Besitz stimmberechtigter Anteile des Councils ausdrücklich ausgeschlossen, um zu verhindern, dass der Konzern einen derart großen Block Pueblo-Stimmanteile kontrolliert.[3]

Konzerndynastien

Natürlich ist die Konzernangehörigkeit etwas anderes, wenn man hineingeboren wird. Durch die Exterritorialität, die seit dem frühen 21. Jahrhundert existiert, gibt es inzwischen ganze Dynastien, die innerhalb eines Konzerns geboren werden und daher dessen mediale Beeinflussung von klein auf mitnehmen und lernen, was "Mutter Kon" ihnen alles gibt.[4]

Shadowtalk Pfeil.png Somit bekommt "Corporate Identity" einen völlig neuen Anstrich.
Shadowtalk Pfeil.png Sparcs - Everything we hear is an opinion, not a fact.

Familien in den Konzernen richten sich in ihrer Form stark nach der Kultur des Konzerns. Bei Ares nimmt man das traditionelle nordamerikanische Modell mit zwei monogamen Eltern, 2,7 Kindern, Goldfisch und weißhaarigen Großeltern zum Vorbild und verkauft sich als "familienfreundlicher" Konzern. Mit Eheberatung vor der Ehe, Prämien für Ehejubiläen und jährlichen Unterstützungszahlungen für Kinder will man so diese Verbindungen zusammenhalten, während man Beziehungen außerhalb ungerne sieht.[5]

Evo ist da deutlich flexibler, was den Begriff "Familie" anbelangt, sodass man eine Vielzahl von unterschiedlichsten Zusammensetzungen erleben kann. Die Richtlinien sind dabei an der Volljährigkeit und Geschlechtsreife angekoppelt. Orks sind mit etwa 13 Jahren heiratsfähig, wenn sie vollständig ausgewachsen sind. Auch fördert der Konzern massiv Fortpflanzungsmedizin und Retortenbabys.[5]

Beziehungen

Mutter Kon will natürlich, dass man idealerweise innerhalb des eigenen Konzerns Beziehungen aufbaut, heiratet und Nachwuchs in die Welt setzt. Natürlich ist es schwer möglich, jemanden dazu zu zwingen. Einfache Lohnsklaven haben hier mehr Freiheiten. Aber dennoch nutzt der Konzern die Möglichkeiten von Partnervermittlungen, Singletreffs, Online-Dating und seltener sogar arrangierter Partnerschaften.[6]

Manche Kons haben aber kein Problem mit Beziehungen nach außen, solange die Ehen innerhalb des Konzerns bleiben. Lebenspartnerschaften und Ehen werden nicht anerkannt, wenn nicht beide Partner Teil des Konzerns sind. Selbst in den unteren Rängen werden potenzielle neue Bürger genau durchleuchtet. Dennoch gibt es bei den einfachen Lohnsklaven auch solche Verhältnisse und dort werden sie auch nicht überbewertet, da die involvierten Parteien keinen nennenswerten Einfluss haben. In den höheren Rängen hingegen werden Ehen zum Teil sogar arrangiert, besonders bei den alteingesessenen Familien, die schon lange viel in den Konzern investiert haben.[6]

Überwachung und Indoktrination

Um seine Bürger auf Linie zu bringen, bedienen sich die Konzerne jedem Mittel, was recht ist. Natürlich spielen Medien dabei die größte Rolle und je mehr sie über ihre Bürger wissen, desto besser können sie auf diese eingehen. Der Heimatknoten im Apartment eines Konzernbürgers enthält eine riesige Menge an Daten, die der Konzern für sich nutzen kann. Nicht nur die Funktionen im Haushalt, sondern auch darüber, was der Bürger isst, welche Trideokanäle er anschaut, etc. Wichtige Angestellte haben vermutlich sogar Kameras und Bewegungssensoren in ihren Wohnungen, sodass sie sogar wissen, wer zu Besuch kommt. Personal- und Marketingabteilung freuen sich natürlich über diese Dinge, wie auch Statistik- und Sicherheitsabteilungen, die aus den Datenmengen wieder ihre eigenen Schlüsse ziehen können. Aber dort hört es nicht auf: Die Megakonzerne können auch die Zufriedenheit bemessen und sogar Sozialprofile erstellen, welche die Beziehungsdynamiken ihrer Bürger erfassen.[7]

Mittels RFID-Tags sind auch Aufenthaltsorte feststellbar und man kann aus ihnen auch Bewegungsprofile erschaffen. Das klingt exzessiv, ist aber im Alltag eigentlich nicht der Rede wert, denn außer in Hochsicherheitsabteilungen achtet eigentlich keiner darauf, wenn die Putzkraft mal länger in einem Raum ist.[7]

Ein Wermutstropfen ist, dass diese Datenmengen einfach zu riesig sind, da die großen Konzerne abertausende Angestellte und Bürger haben, sodass sie praktisch an den Datenmengen ersticken. Kleinere Manipulationen der Datenströme fallen also mitunter gar nicht auf.[7]

Wohnen und Leben

Natürlich tauschen die Konzernbürger einiges ein, aber auf der anderen Seite umsorgt der Konzern sie im Regelfalle mit allem, was sie brauchen. Kost und Logis, ein sicherer Wohnort mit niedriger Kriminalität und Umweltverschmutzung - eben ein Konzernparadies. Im Gegenzug wird man natürlich auch zum Spielball des Megakonzerns und ist ihm ausgeliefert.[7]

Wohnorte variieren von Apartmentblocks in gesicherten Enklaven bis hin zu vollumfänglichen Arkologien rangieren. Gerade letztere bieten vor Ort alles, was das Herz begehrt: Wohneinheiten, Fitnessstudios, Supermärkte, Bringdienste für Essen, Restaurants, Shoppingcenter, Kliniken, Schulen, Parks - die Liste lässt sich endlos fortsetzen, alles gesponsort vom eigenen Konzern. Solch ein Leben ist natürlich sehr begehrt unter Konzernbürgern. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Blocks mit Fertighäusern, endlose Straßen mit öden Häusern aus den gleichen Bauteilen. Funktional, aber man lebt dicht an dicht gedrängt; dennoch ist das Leben hier meist besser als in einem Slum, da der Konzern immerhin etas Ordnung aufrecht erhält.[7]

Bildung

Der Konzern greift meistens schon von früh auf den Eltern unter die Arme. Die viele Arbeit ist selbst bei den Möglichkeiten der Telemdien nicht wenig und die Möglichkeiten der Interaktion sind da sehr begrenzt. Ganztagsbetreuungen, Spezialisierte Einrichtung für frühkindliche Entwicklung, aber manche Konzerne, wie Horizon, ermuntern Eltern auch, aktiv eine Rolle im Leben ihrer Kinder zu spielen. Das Resultat ist dennoch meistens, dass man mehr Loyalität zum Konzern als zu den leiblichen Eltern entwickelt.[8]

Frühkindliche Tests sollen möglichst baldig den zukünftigen Weg des Nachwuchses vorzeigen, wobei dabei aber auch die Stellung der Eltern und auch der projezierte zukünftige Arbeiterbedarf mit eingeplant werden. In der konzerninternen Schule bekommen die Kinder dann Inhalte in echten Klassenzimmern via Virtual Reality und Augmented Reality, Sims uns Lernsofts vermittelt, sowie besonderen Einzelunterricht.[8]

Kinder, die in Kaufmännische und Technische Laufbahnen gehen sollen, beginnen früher mit der Ausbildung, während jene, die keine spezifische Begabung aufzeigen, nur eine Grundschulausbildung. Arbeit am Fließband oder in schweren körperlichen Berufen ist standardisiert, sodass hier kein höheres Wissen nötig ist.[8]

Wer in die höhere Bildung soll, kriegt Vorbereitungskurse im Teenageralter.[8]

Konzernwährung und -Mode

Gehälter werden grundsätzlich im Konzernskript des Konzerns ausgezahlt, welcher auch nur von dem Konzern und seinen Tochterfirmen (und einigen ausewählten Händlern) akzeptiert wird, damit es direkt wieder in die eigenen Kassen zurückfließt. Das bindet nicht nur die eigenen Angestellten, sondern sorgt auch für andere Beeinflussung, wenn es "normal" ist, nur die Koneigene Mode zu trage, hat das ebenfalls eine gewisse "Corporate Identity", die Loyalität demonstriert. Da zudem auch oftmals bestimmte Dresscodes in bestimmten Konzenreinrichtungen verlangt wird und die Kleidung restlos mit RFID-Tags ausgestattet ist, dann kann auch diese zum Tracken der Bürger genutzt werden - oder um Eindringlinge zu finden, wenn der Angestellte vor Ort seltsamerweise keine oder nur wenig RFID-Signale von sich gibt.[7]

Gesundheit

Aber nicht nur bei der Mode hängt der Konzern drin. Natürlich will er, dass seine Angestellten nicht krank werden oder durch Übergewicht faul und antriebslos. Gesundheitsregeln werden aufgestellt, was in der Gastronomie und den Läden für Nahrung verfügbar ist, "Gesundheitsingenieure" werden engagiert, die ihre Meinung am laufenden Band ändern, wenn es darum geht, Angestellte gesünder, produktiver, engagierter, etc. zu machen. Dann entstehen Trends, mitunter zum Leidwesen der Angestellten, die mit der Ernährungsumstellung gar nicht klar kommen. Im Durchschnitt kann man dennoch sagen, dass ein Konzernbürger gesünder ist als ein Bürger in so manchem Staat, wie etwa den UCAS.[7]

Bodytech

Die Megakons gehen sehr proaktiv vor; Es gibt bei manchen Rabatte für gesundheitsverbessernde Implantate, andere bieten günstige Genverbesserungen und Designerbabys für werdende Eltern an. Arbeitsleistung verbessernde Implantate sind sowieso immer bei den Megakonzernen beliebt, denn sie bedeuten eine höhere Produktivität; Studien zufolge besitzen 80 Prozent der augmentierten Konzernbürger ihre Bodytech, da diese mit ihrer Arbeit zu tun hat (das ist sowohl Cyberware als auch Bioware und oft auch beides). Talentleitungen und Headware sind stark verbreitet, ebenso wie entsprechende Bioware, die die Leistungen steigert und im oberen Management findet man eher Gentech und Nanoware.[9]

Oftmals sichert sich der Konzern ab und besitzt Klauseln im eigenen Vertrag, der darauf hinweist, dass die Bodytech Besitz des Megakonzerns bleibt. Ende der Kontrakt, dann muss die Bodytech beim Konzern bleiben. Hat man also Cyberaugen bekommen, steckt man nach Vertragsende ziemlich in der Klemme, denn das Original ist weg und wird auch nicht aufgehoben. Allerdings besitzen manche Konzerne fairerweise die Möglichkeit, die Implantate zu kaufen, indem sie vom Lohn abgezogen werden.[9]

Unterhaltung

Die Unterhaltungsangebote sind auch von Konzern zu Konzern unterschiedlich, ebenso wie deren Rechtslage in diesem Bezug (und Gesetze von Regierungen haben so oder so im exterritorialen Gebiet keine Bewandnis). Solange es die Bürger glücklich, produktiv und ignorant gegen die Kontrolle über ihr Leben macht, erlauben Konzerne in der Regel alles. Das beinhaltet auch "Professionelle Begleitdienste" und auch weiche Drogen, solange es die Produktivität oben hält. So kann sich der geschundene Arbeiter einfach bei der Konzernapotheke ein Rezept von einem zertifizierten Apotheker abholen und bei der nächsten Apotheke oder Club einlösen. Aber auch das wird natürlich getrackt, sodass man für wirklich harte Sachen schon außerhalb vom Konzern etwas beziehen muss.[7]

Urlaub

Angestellte bekommen auch meist ein paar Tage Urlaub, bei denen er ein paar Touristenattraktionen irgendwo aufsuchen kann. Größere Konzerne haben üblicherweise eine Reihe von Orten, die sie für angemessen halten und bieten mitsamt der Konzerntöchter entsprechend auch Rabatte auf Transport, Unterbringung, etc. an. AA- und AAA-Konzerne haben sogar ganz eigene Urlaubsgebiete, die sie betreiben, mit virtuellen Büros und gesicherten Verbindungen, um die Produktivität auch im Urlaub nicht zu stark absinken zu lassen.[9]

Kriminalität

Was Recht und Gesetz sind, hängt natürlich ebenfalls vom jeweiligen Konzern ab. Geistiges Eigentum zu stehlen kann eventuell schwerer bestraft werden als ein Gewaltverbrechen. Dabei hängt es natürlich von vielen individuellen Faktoren ab, wie die Strafe aussieht. Auch Konzerne nutzen üblicherweise ein gewisses Spektrum an Optionen und gehen nicht direkt mit dem stärksten Mittel im Repertoire gegen den Verbrecher vor. Verwarnungen und ein Verlust an wichtigen Tätigkeiten ist ein eher mildes Mittel und soll dazu dienen, die Person wieder auf Linie zu bringen; japanische Kons tendieren zu AR-Schandmalen, die einer Person angeheftet werden, etwa wenn sie eine Deadline nicht einhalten können. Angestellte meiden den Übeltäter und er wird bei bestimmten Entscheidungen übergangen. Ähnliche Systeme gibt es auch außerhalb davon und die Konzerne sind entsprechend kreativ. Wenn das nicht fruchtet, kann es auch passieren, dass der Konzern jemanden in eine unbeliebte Abteilung oder Niederlassung versetzt, ihm Zugang zu gewissen Dingen verwehrt und ähnliches. Vielleicht muss ein Exec, der sich etwas zu Schulden kommen ließ, in der Kantine der gewöhnlichen Arbeiter essen. Das ist eine Form der Demütigung, die aber noch im Rahmen bleibt und diesem Einbläuen soll, die Dinge wieder gerade zu biegen - und werden auch nur bei kleineren Vergehen eingesetzt, nicht bei gravierenden Verbrechen.[9]

Aber es kann auch schlimmer gehen. Manche Konzerne enthalten ihren Angestellten ihre Familien vor oder nutzen andere Druckmittel. Freilich nicht, um ihnen zwangsweise wirklich etwas anzutun (denn eine Vendetta von einem gechassten Exec kann den Konzern viel Geld kosten, aber nicht jeder Kon sieht das so). Ist das Vergehen aber größer, wie etwa Brandstiftung, Abweichlertum, Glücksspiel - dann packt ein Konzern mitunter auch die wirklich großen Geschütze aus. Implantate, Drogen- und Gentherapie - es kann wirklich hässlich werden.[10]

Am Ende gibt es auch noch die Kündigung. Wenn der Angestellte wirklich zu nichts zu bewegen ist, dann verliert er die Bürgerschaft und alle damit zusammenhängenden Vorteile. Er wird SINlos, was ebenfalls auch ohne Konzernzugehörigkeit kritisch ist und von vielen Konzernbürgern gefürchtet wird. Seine Unterkunft ist Konzernbesitz, also werden die Schlösser ausgetauscht und alles, was nicht dem Kon darin gehört, wird entfernt. Vielleicht wird der Ex-Angestellte sogar angezeigt. Manche Knebelverträge haben sogar magische Geas, wodurch man gezwungen wird, nichts sagen zu können. Das genaue Maß richtet sich danach, was der Mitarbeiter weiß und wie sehr er dem Konzern schaden könnte. Manche Konzerne zahlen Abfindungen, Helfen bei der Neuanstellung oder bieten zumindest einen Lagerplatz für dessen Besitz, bis dieser eine neue Stelle findet. Weiß man zu viel, kann es auch zu "Unfällen" kommen.[5]


Endnoten

Quellenangabe

Index

Quellenbücher

Deutsch Englisch