Ásatrú

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Ásatrú ist eine nordisch-germanische neoheidnische Religion. Sie basiert auf der nordischen und germanischen Mythologie, wie sie vorallem in der Edda überliefert wird, und mischt die Verehrung der germanischen Gottheiten mit animistischen und naturreligiösen Elementen. Das wichtigste Zentrum des Ásatrú-Glauben ist die Skandinavische Union.

Begriff

Ásatrú ist ein Neologismus, er setzt sich aus den altnordischen Begriffen "áss" (Genitiv, Ase, also eine Gottheit) und "trú" (Treue) zusammen, und kann als "Asentreue" übersetzt werden, also der Glaube an die germanischen Götter, die Asen oder Aesir.

Geschichte

Noch im letzten Jahrhundert war Ásatrú eine kleine Randreligion, die sich in das Spektrum der neuheidnischen Revivalbewegung einreihte. Mit dem Erwachen erlebte sie aber einen deutlichen Zuwachs und ist heute vorallem in den skandinavischen Ländern und im restlichen baltischen Raum vertreten. Anfang der 2060er gehörte Ásatrú zusammen mit anderen neuheidnischen Strömungen zu den am schnellsten wachsenden Glaubensrichtungen in der Skandinavischen Union.

Die mittlerweile wohl berüchtigste Ásatrú-Gruppierung war der lange Zeit im Verborgenen operierende apokalyptische Kult Winternight. Diese sowohl technisch als auch magisch hochgerüstete Organisation glaubte an eine verzerrte, pervertierte Version des Ásatrú-Glaubens, in der sie den Weltuntergang der nordischen Mythen, die Götterdämmerung oder Ragnarök, selbst auslösen wollten. Die Rationalisierung für dieses Ziel, das im Mythos das Ende der Götter selbst bedeutet, war die Ansicht der Anhänger von Winternight, besonders ihres Anführers Wednesday, die Asen hätten das Schicksal betrogen. Der Kult rekrutierte viele Mitglieder aus den Reihen der Vikings, von der Aesir-Gesellschaft und am Rande von Blots, aber auch Aussteiger aus den Reihen der Konzerne, die in Sidah-Gemeinschaften untergetaucht waren und von sogenannten Gott-Chips abhängig gemacht wurden, um sie zu konvertieren.

Winternight war klar in den Ásatrú-Gemeinschaften verankert gewesen und hatte diese als Front und Rekrutierungsfeld missbrauchen können. Dass die Terrororganisation einer der Hauptverantwortlichen für den Crash von 2064 war, der im wesentlichen aus ihrem Wahn heraus entstand, Ragnarök heraufzubeschwören, fiel deshalb negativ auf den Ásatrú-Glauben zurück. Nach dem Crash werden die Anhänger des Glaubens aufgrund der Verbindungen zu Winternight in der Öffentlichkeit bis heute kritisch betrachtet.

Shadowtalk Pfeil.png Milde ausgedrückt. Ich erinnere mich an den einen oder anderen Fall von Lynchjustiz gleich nach dem Crash.
Shadowtalk Pfeil.png Svensk Katt

Glaubensinhalte

Ásatrú ist eine polytheistische Religion. Man glaubt an und verehrt die altnordischen bzw. altgermanischen Götter, die als Garant für die Stabilität der Welt betrachtet werden. Daneben gibt es eine Betonung einer harmonischen Beziehung zur Natur und starke animistische Elemente. Das heißt im Ásatrú glaubt man Land, Bäume, Steine und alle anderen Dinge werden von Geistern und Feenwesen bewohnt. Um ihr Wohlwollen zu erhalten und Schaden abzuwenden, muss man die Natur achten.

Mythen

Weltesche Yggdrasil

Es gibt verschiedene Quellen für die nordisch-germanischen Mythen und die Darstellung ist nicht immer einheitlich. Im folgenden ein kurzer Abriss:

Am Anfang stand die Erschaffung der Riesen, schreckliche Wesen mit der Macht die Welt zu vernichten. Um sie daran zu hindern, wurden die Wanen und dann die Asen geschaffen. Die Wanen sind älter und weiser als die mutigen und starken jedoch nicht besonders klugen Asen, dennoch unterliegen sie diesen im Wanenkrieg, werden dann aber unter die Asen aufgenommen und leben mit ihnen im Frieden zusammen. Ein Bund aus Wanen und Asen hält die Welt im Gleichgewicht bis es zur großen Schlacht zwischen den Riesen und den Göttern kommt, der Weltenbrand, die Götterdämmerung, Ragnarök, bei der die Götter vernichtet werden und die Welt neu beginnnt. Die Geschichten legen das Weltenende und den Tod der Götter genau fest, es ist ein Schicksal, dem sie letztlich nicht entkommen können.

Die Welt, die von den Asen geschaffen wird und deren Gleichgewicht sie garantieren, ist dreigeteilt. Die Verbindung zwischen den drei Ebenen Himmel, Erde und Unterwelt stellt die Weltenesche Yggdrasil dar. Die Ebenen selbst sind nocheinmal in mehrere Reiche unterteilt, die von unterschiedlichen Völkern beherrscht werden. Im Himmel gibt es Asgard (Heimstatt der Asen), Wanaheim (Heimstatt der Wanen), Liusalfheim (Heimat der Lichtelfen). Auf der Erde gibt es das Reich Midgard (Heimat der Menschen), Utgard (Außenwelt und Heimat der Riesen), Muspelheim (Heimat der Feuerriesen). Schließlich die Unterwelt mit Svartalfheim (Heimat der Zwerge oder Schwarzelfen), Niflheim (Heimat der Frostriesen), Hel (Totenreich) und Hvergelmir (Hölle). Viele Geschichten ranken sich um die Beziehungen dieser Völker und um die Kämpfe und Abenteuer der Götter.

Es gibt eine Vielzahl anderer mythischer Elemente, mit am bekannsten sind zum Beispiel die drei Weltfeinde: Die Herrscherin des gleichnamigen Totenreiches Hel, der Fenriswolf, der am Weltende die Sonne verschlingt, und die Midgardschlange, die die Welt umringt und bei der letzten Schlacht im Kampf mit Thor erschlagen wird, aber im Gegenzug diesen vergiftet. Sie alle sind Kinder des selbst von Riesen geborenen trügerischen Asen Loki. Dann gibt es die Nornen Urd (das Gewordene), Verdandi (das Werdende) und Skuld (das Werdensollende), drei Frauen, die am Fuss der Weltesche sitzen und das Schicksal spinnen. Schließlich die Einherjer, ehrenvoll gefallene Krieger. Nach ihrem Tod werden sie von dem Schlachtfeld, auf dem sie gefallen sind, von Walküren in die Walhall geführt, eine große, prächtige Halle mit Festtafeln, wo die Kämpfer an der Seite Odins trinken und feiern. Bei der Götterdämmerung werden sie von den Asen auf das Schlachtfeld geführt, wo sie an der Seite der Götter ihre letzte glorreiche Schlacht schlagen.

Magie

Es gibt eine enge Verbindung zwischen Ásatrú und der Nordischen Tradition, eine vorallem auch in Skandinavien beheimatete magische Praxis. Viele Erwachte, die dieser Tradition folgen, füllen gleichzeitig die Rolle eines Schamanen oder Priesters einer Ásatrú-Gemeinde aus.

Kritik

Ásatrú wird öfter mit Ausländerfeindlichkeit und antimetamenschlichen Rassismus in Zusammenhang gebracht. Wegen der Verbreitung des Glaubens unter anderem in der skandinavischen Gangkultur wird ihm außerdem eine mangelnde Abgrenzung gegen Gewalt und Extremismus vorgeworfen, was natürlich besonders an den Ereignissen um Winternight festgemacht wird. Der Vorwurf des Extremismus richtet sich aber auch gegen Zurück-zur-Natur-Bewegungen, die sich ebenfalls oft mit Ásatrú verbinden und denen man neoludditische Tendenzen nachsagt.

Verhältnis zu Metamenschen

Das Verhältnis zu Metamenschen im Ásatrú ist von Gruppe zu Gruppe verschieden: Während sie bei vielen Viking-Gruppen, Sidah- und Aesir-Gemeinschaften selbstverständlich integriert sind, legen andere, faschistoide Gruppen die Überlieferungen antimetamenschlich aus, und sehen speziell in Orks und Trollen eine Verkörperung der Frostriesen, die in der Edda die Todfeinde der Asen sind, und in der letzten Schlacht gegen die Götter Wallhalls kämpfen. Diese Rassisten sind jedoch unter den Anhängern der Aesir eine Minderheit.

Traditionen

Priesterschaft

Die Priester der Asen nennen sich Gode oder Ghyde. Oft handelt es sich um magische Begabte, die der nordischen Tradition folgen.

Blots

Der Blót ist ein germanisches Opferfest. Mit dargebrachten Opfern verstärken die Anhänger des Ásatrú ihre Beziehung zu den Göttern. Sie werden heute in Form der sogenannten Wikinger-Blots veranstalt, eine Mischung aus Rockkonzert, kultischer Handlung mit Gesängen, Tänzen, Speise-, Blut- und Trankopfern und Volksfest. Diese Ereignisse, die typischerweise zur Winter- und Sommersonnenwende und zur Frühlings- und Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche stattfinden, ziehen in Norwegen wie auch im Rest Skandinaviens gewaltige Menschenmassen an.

Shadowtalk Pfeil.png Die Blutopfer - ausschließlich Tiere im Übrigen - stellen dabei keine Blutmagie dar, sondern sind rein religiöser Natur, wie Experten der Draco Foundation eindeutig festgestellt haben. Deshalb bringt es auch nichts, einen Goden vom Altar weg zu entführen und zur Foundation zu schleifen... das wäre nur ein Weg, um sich echt üblen Ärger mit den Vikings und allen anderen Anwesenden einzuhandeln!
Shadowtalk Pfeil.png Marvin Mondo

Verbreitung

Der Ásatrú-Glauben ist vor allem in der Skandinavischen Union und dort besonders in Norwegen verbreitet, wo sich 12% zu dieser Glaubensrichtung bekennen.

Shadowtalk Pfeil.png Von den 45% der Norweger, die angeben, nicht religiös gebunden zu sein, sympathisieren nicht wenige mehr oder minder stark mit dem Glauben an die alten Götter, die Asen, ohne sich festlegen zu wollen. Nach dem Crash von 2064 und der Rolle Winternights dabei dürfte der Anteil derer, die der Ásatrú-Religion anhängen ohne jedoch in der Öffentlichkeit dazu zu stehen, noch deutlich höher liegen...
Shadowtalk Pfeil.png Church Watcher

Der Glaube an die nordischen Götter ist vor allem in den Bevölkerungsgruppen der Unterschicht und bei vielen halblegalen oder illegalen Gruppierungen populär. Die mythologische Vorstellung des ehrenvoll gefallenen Kriegers, Einherjer, der nach seinem Tod von den Walküren in die Walhall geführt wird, ist zum Beispiel bei Piraten, Schmugglern und Viking-Bikern sehr beliebt.

Aber es gibt auch zum Beispiel die Sidah-Gemeinschaften, kleine Kommunen von Aussteigern, die versuchen, den Wurzeln ihrer Vorfahren folgend, ein naturnahes Leben zu führen, wobei die dörflichen Siedlungen teilweise auch Piraten und Schmugglern sichere Häfen bieten und die Bewohner sich zum Teil außer mit ökologischer Land- und Viehwirtschaft auch mit Softwarepiraterie beschäftigen. Junge Leute, die sich in den Sidah-Gemeinschaften langweilen, weil es ihnen dort an Action fehlt, bilden häufig die Rekruten für die Wikinger-Gangs.

Organisationen

Überarbeitete Version

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Quellenindex

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Weblinks